Daniel Casanave gehört zu jenen unaufdringlichen, aber dennoch unverzichtbaren Autoren, die dem Comic eine kulturelle, poetische und zugleich zugängliche Dimension verliehen haben.
Geboren in den Ardennen, wuchs er umgeben von Bildern, Büchern und Neugierde auf.
Nach seinem Studium an der Kunsthochschule Reims erkundete er verschiedene Bereiche: Kinderbuchillustration, Karikatur, Bühnenbild, Plakatgestaltung … kurzum, alles, was ihm erlaubte, Geschichten durch Zeichnen zu erzählen.
Doch der Comic wurde zu seinem bevorzugten Medium. Er ließ sich in Reims nieder, wo er nach und nach ein einzigartiges Universum an der Schnittstelle von Literatur, Geschichte und Philosophie erschuf.
Casanave folgt keinen Trends. Seine Leidenschaft gilt dem Dialog zwischen Zeichnung und Wort.
Er adaptiert Werke von Autoren wie Jarry, Baudelaire, Verlaine und Nerval mit gleichem Respekt und gleicher Freiheit und schenkt diesen literarischen Figuren in Bildern neues Leben.
Doch Vorsicht: Er „illustriert“ die Bücher nicht einfach, sondern interpretiert sie visuell. Er inszeniert Emotionen, Widersprüche und Torheiten mit einem Ton, der gleichermaßen zugänglich und intelligent ist.
Seine Graphic Novel „Nerval l’Inconsolé“ ist ein perfektes Beispiel für diesen Ansatz: ein poetisches Porträt eines zerbrechlichen Künstlers, gezeichnet mit Zurückhaltung und Feingefühl.
Daniel Casanaves Werk beschränkt sich nicht auf Literatur. Er beschäftigt sich auch mit Wissen, großen Ideen und Geschichten aus dem wahren Leben.
In „Sapiens:La Naissance de l’Humanité„, das in Zusammenarbeit mit Yuval Noah Harari und David Vandermeulen entstand, stellt er sich der Herausforderung, einen philosophischen und anthropologischen Essay in ein fesselndes visuelles Abenteuer zu verwandeln.
In „Petit Pierre: La Mécanique des rêves“ taucht er in das Leben eines naiven und erfinderischen Künstlers ein, der aus Schrott poetische Karussells erschafft.
Ein Künstler, der neugierig auf alles ist
Der vielseitige Casanave hat auch im Theater, als Illustrator und Bühnenbildner gearbeitet.
Diese Vielfalt zeigt sich in seiner Herangehensweise an die Seitengestaltung: Bildausschnitte, Hintergründe und Übergänge wirken filmisch.
Er schätzt die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, die Schnittstellen verschiedener Disziplinen und Projekte, in denen die Zeichnung als Kommunikationsmittel dient. Seine Arbeiten zeugen von tiefem Respekt vor Texten und Lesern.



