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Jean-David Morvan: Ein bedeutender Drehbuchautor im französischen Comic-Genre, der niemals aufhört

Jean-David Morvan, geboren in Reims, zählt heute zu den produktivsten französischsprachigen Comicautoren.

Er begann sein Studium am Saint-Luc-Institut in Brüssel, das er jedoch nicht abschloss, und startete seine Karriere in den 1990er-Jahren als Illustrator, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Am beeindruckendsten ist der schiere Umfang seines Werks; er hat an über 300 Graphic Novels mitgewirkt.

Besonders interessant ist jedoch seine Vielfalt: Science-Fiction, historische Erzählungen, Biografien, Humor, Kinderbücher, Literaturadaptionen … er erkundet ein breites Spektrum an Genres, oft mit demselben zentralen Ziel: fesselnde Geschichten zu erzählen, die den Leser in detailreich gestaltete Welten entführen.

Science-Fiction-Serien, die ihn berühmt gemacht haben

Jean-David Morvan machte sich in der Comicwelt zunächst mit seinen Science-Fiction-Werken einen Namen – einem Genre, in dem er dank der Fülle seiner Universen und der Präzision seines Erzählstils brilliert.

Mit „Sillage“ (oder „Wake“), das er zusammen mit Philippe Buchet schuf, lieferte er eine epische Space Opera. Die Serie begleitet Navis in einem gigantischen intergalaktischen Konvoi, der von zahlreichen Spezies bevölkert wird. Anschließend folgte „Nomad“, in Zusammenarbeit mit Buchet und Savoia. Diese dystopische Geschichte entfaltet sich in einer globalisierten Zukunft, in der Spionage, Überwachungstechnologien und geopolitische Machtkämpfe miteinander verwoben sind. Schließlich entführt Morvan mit „Ashes, Ashes“, das er gemeinsam mit Rey Macutay schuf, die Leser in ein postapokalyptisches Universum voller Zerstörung, Spannungen und dem Kampf ums Überleben.

Ein Schreibstil, der sich auf Erinnerung und Geschichte konzentriert.

Heute reicht Morvans Werk über die Science-Fiction hinaus.

Er schreibt auch Werke, die auf realen Begebenheiten beruhen und sich auf Augenzeugenberichte und akribische Recherchen zur historischen Erinnerung stützen.

In „Madeleine, Résistante“, das er zusammen mit Dominique Bertail verfasste, erzählt Jean-David Morvan die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Madeleine Riffaud, einer führenden Persönlichkeit der französischen Résistance.

Gemeinsam mit Séverine Tréfouël und David Evrard schrieb er außerdem die Graphic-Novel-Reihe „Irena“, die das Leben von Irena Sendler beleuchtet. In „Adieu Birkenau“, das er zusammen mit dem Journalisten Victor Matet schuf, erzählt er die Geschichte von Ginette Kolinka, einer Überlebenden von Auschwitz-Birkenau.

Literarische Adaptionen, Humor, Jugend...

Morvans Repertoire reicht weit über Science-Fiction hinaus.

Er hat eine Vielzahl von Genres erkundet, von historischen Romanen bis hin zu Abenteuergeschichten. Besonders hervorzuheben ist seine Adaption von Roland Dorgelès’ Roman über den Ersten Weltkrieg, *Les Croix de Bois*, sowie seine Biografie über Ludwig XIV., in der er die Komplexität von Macht und Hofintrigen beleuchtet. Außerdem schuf er *Sherlock Fox*, eine Detektivgeschichte mit einer anthropomorphen Figur.

Im Bereich Humor und Kinderliteratur hat sich Morvan mit *Spirou et Fantasio*, zwei gemeinsam mit José Luis Munuera verfassten Alben, sowie *Sir Pyle*, einer Reihe skurriler Mittelalterabenteuer, und *Merlin*, einer humorvollen Neuinterpretation des berühmten Zauberers, einen Namen gemacht.

Diese Projekte demonstrieren die Bandbreite seines Talents und seine Fähigkeit, mühelos zwischen literarischen Klassikern und Kinderbüchern zu wechseln – stets mit Meisterschaft und einer Prise Staunen.

Ein preisgekrönter Autor

Jean-David Morvan hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten, die die Vielfalt und Qualität seines Schaffens belegen.

Besonders gewürdigt wurde er beim Internationalen Comicfestival von Angoulême, wo er 2006 für Band 8 von „Sillage“ den Jugendpreis für 9- bis 12-Jährige und 2008 für Band 10 der Reihe den Essential Youth Prize erhielt. 2021 gewann er den René-Goscinny-Preis für „Madeleine, Résistante“, und 2023 wurde ihm der France-Info-Preis für aktuelle Comics für „Magnum Génération(s)“ verliehen. Mehrere seiner Werke waren zudem für den Saint-Michel-Preis in der Kategorie Jugend nominiert.
Diese Beispiele verdeutlichen nur einen Bruchteil der Anerkennung, die Morvan in der Comicwelt genießt.

Warum ist das heute von Bedeutung?

Morvans Stärke liegt in seiner Vielseitigkeit.

Er wechselt mühelos zwischen verschiedenen Genres, ohne dabei seine eigene Identität zu verlieren: ein fesselnder, zugänglicher und dynamischer Erzählstil, der sowohl in Abenteuer- als auch in historischen Romanen gleichermaßen überzeugt.

Seine Graphic Novels erscheinen bei renommierten Verlagen (Glénat, Dupuis, Delcourt, Europe Comics, SelfMadeHero) und erreichen so ein breites Publikum.

Morvan nimmt seine Leser mit auf Reisen, sei es in die Welt der Science-Fiction oder in die entscheidenden Momente der Geschichte. Diese Fähigkeit, Unterhaltung, Tiefgang und großartiges Storytelling zu vereinen, macht ihn zu einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Comic-Szene.

Um mehr zu erfahren:
Einige Alben des Künstlers:

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