Rafael Ortiz ist ein argentinischer Comiczeichner, Illustrator und Karikaturist, dessen Karriere von vielfältigen Erfahrungen und einem breiten grafischen Spektrum geprägt ist. Er ist in der Comicwelt sehr aktiv und hat sich sowohl mit extremen und gewalttätigen Geschichten als auch mit sozialkritischen und historischen Graphic Novels einen Namen gemacht.
Ortiz erlangte Anfang der 2010er-Jahre mit Projekten des Avatar Press Verlags, insbesondere „Dan the Unharmable“ und „Crossed“, erste Bekanntheit.
Diese frühen Serien offenbarten seine Vorliebe für düstere, grafisch intensive Welten, in denen die Leser in Universen eintauchen konnten, in denen Horror und Spannung vollends zum Ausdruck kamen.
Doch schon bald erweiterte er sein Repertoire und bewies, dass er sich nicht auf blutige Geschichten beschränkte: Die Zusammenarbeit mit dem französischen Drehbuchautor Jean-David Morvan markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere. Ortiz widmete sich fortan dokumentarischen, historischen und biografischen Erzählungen und behielt dabei stets seinen unverwechselbaren Stil bei.
Gemeinsam mit Morvan hat Ortiz mehrere biografische und historisch bedeutsame Graphic Novels verfasst.
2016 veröffentlichten sie „Mao Zedong“, eine Graphic-Novel-Biografie des chinesischen Staatschefs.
2018 illustrierte er „L’envers des Nuages“ von Frédéric Richaud, das sich anhand einer fiktiven, von wahren Begebenheiten inspirierten Erzählung mit dem Thema Kindersoldaten in Zentralafrika auseinandersetzt.
Dieses tiefgründige Werk wurde für seine Menschlichkeit und seinen Tiefgang gelobt.
In jüngster Zeit widmete sich Ortiz mit seinen künstlerischen Fähigkeiten der historischen Reportage: In „Sur le front de Corée“ adaptierte er den Bericht des renommierten Kriegsberichterstatters Henri de Turenne und schuf so eine eindringliche, visuelle und emotionale Nacherzählung des Koreakriegs.
Er wirkt außerdem an Projekten mit, die Reportage und Graphic Novel verbinden, wie beispielsweise der Magnum Photos-Sammlung, in der er bedeutende historische Ereignisse wie „Mohamed Ali, Kinshasa 1974“ illustriert.
Ortiz beschränkt sich nicht auf Biografien: Zusammen mit JD Morvan adaptierte er 2020 Boris Vians Noir-Roman „J’irai cracher sur vos tombes“ (Ich spucke auf eure Gräber).
Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist „Au cœur de la Terre“ (Im Herzen der Erde), eine Adaption von Edgar Rice Burroughs’ Science-Fiction-Klassiker. Der erste Band erschien 2024. JD Morvan schrieb das Drehbuch, Ortiz steuerte die Illustrationen und Farben bei: Die Graphic Novel vereint Abenteuer, Erkundung und eine Fantasiewelt in einem detailreichen und kunstvollen Design.



