Wenn es um zeitgenössische Comics geht, sticht The Tribe als ein unverzichtbares Kollektiv hervor.
Das von Drehbuchautor Jean-David Morvan gegründete Studio vereint Illustratoren, Autoren und Koloristen mit dem gemeinsamen Ziel, die Vielschichtigkeit von Comics jenseits traditioneller Konventionen zu erforschen und Werke zu schaffen, die gleichermaßen anspruchsvoll wie zugänglich sind. Die Projekte reichen von düsterer Fiktion und Thrillern über historische oder dokumentarische Erzählungen bis hin zu grafischen Experimenten.
Eine Vielfalt an Stilen und Talenten
Eine der größten Stärken von The Tribe liegt in der Vielfalt seiner Mitglieder. Das Kollektiv vereint Autoren mit unterschiedlichsten Hintergründen und verbindet etablierte Talente mit aufstrebenden Künstlern. Zu ihnen gehören unter anderem Scietronc, Hiroyuki Ooshima, Arnaud Locquet und Séverine Tréfouël.
Je nach Album wechseln die Teams, formieren sich neu und passen sich den Bedürfnissen der Geschichte an. Diese Mischung aus Profilen, Stilen und Sensibilitäten ermöglicht es dem Kollektiv, sich nie auf einen einzigen Ansatz im Comicbereich zu beschränken.
Ein menschenzentrierter Ansatz für den Beruf
Neben dem künstlerischen Aspekt setzt sich The Tribe auch für einen stärker kollaborativen Ansatz in der Comicwelt ein.
Für JD Morvan ging es auch darum, ein Umfeld zu schaffen, das Autoren durch gemeinsames Arbeiten ein Mindestmaß an Stabilität bietet. Durch die Bündelung von Projekten und Kompetenzen möchte das Studio eine Alternative zur oft mit dem Beruf des Comiczeichners verbundenen Unsicherheit bieten und gleichzeitig den Wert des Kollektivs fördern.
Legendäre und gewagte Projekte
Unter den bemerkenswertesten Leistungen von The Tribe nimmt „Magnum Generation(s)“ eine zentrale Stellung ein.
Die von JD Morvan und mehreren Mitgliedern des Kollektivs geschaffene Graphic Novel zeichnet die Geschichte der Fotoagentur Magnum Photos nach, indem sie Comics mit Archivfotografien verbindet.
Dieses Hybridprojekt verdeutlicht perfekt den Anspruch von The Tribe: Geschichte anders zu erzählen, neue Erzählformen zu erkunden und zu zeigen, dass Comics mit anderen Medien interagieren können, ohne dabei an Zugänglichkeit einzubüßen.
Doch The Tribe ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Die Graphic Novel über Reims beispielsweise bietet einen fundierten und fesselnden Einblick in die Stadt und ihre Geschichte und verknüpft lokale Geschichten mit visuellen Entdeckungen.
Die Graphic Novel über Serienmörder hingegen schlägt einen düstereren, packenderen Ton an und kombiniert Ermittlung, erzählerische Spannung und die grafische Rekonstruktion von Ereignissen.
Diese sich ergänzenden Projekte zeigen die Vielfalt des Kollektivs: Ob historische Dokumentationen, Kriminalgeschichten oder grafische Experimente – The Tribe erkundet ständig neue Wege des Geschichtenerzählens.
